Urogynäkologie

Die Urogynäkologie versteht sich im Interdisziplinären Zentrum als Bindeglied zwischen den einzelnen Fachbereichen. Nach der Grundabklärung wird die fachübergreifende Vorstellung erläutert und die gemeinsame Therapie mit einzelnen Kollegen und Therapeuten erarbeitet.
Die im Fachbereich Urogynäkologie tätigen Ärzte und Therapeuten sind führend in Ausbildung, Diagnostik und Therapie. Auf der Grundlage eines stetigen fachübergreifenden Austausches verschiedener Disziplinen und dank der Kooperation mit führenden Kliniken in Europa wird höchste fachliche Qualität gewährleistet. Denn zufriedene Patientinnen und Patienten sind für uns das Ziel aller Bestrebungen.

Schwerpunkte der diagnostischen und therapeutischen Angebote im Bereich

1. Harn- und Analinkontinenz

Konservative Therapien

  • Ernährungsmedizin, Beckenbodentherapie, EMDATherapie, Instillationen, medikamentöse Therapien, gastroenterologische Abklärungen

Operative Techniken

  • Artefizielle Sphinktereinlagen offen und laparoskopisch bei Harn- und Stuhlinkontinenz, Sphinkterrekonstruktion bei postpartaler Analinkontinenz, periphere und zentrale Neuromodulation bei Analinkontinenz, überaktiver Blase und interstitieller Zystitis, Unterspritzungen (auch anal), Bandeinlagen, Kolposuspension, Botoxinjektionen, Augmentation, Stammzelltherapie

2. Sexualstörungen

Konservative Therapien

  • Einzel- und Paartherapie
  • Alltagstest bei Geschlechtsidentitätsstörungen

Operative Techniken

  • Anlage einer Neovagina mittels Meshgraft-Technik (Status nach Wertheim, Status nach urogynäkologischen Voroperationen, Aplasie der Vagina, Fehlbildungen)
  • Introitusrekonstruktionen
  • Umwandlungsoperationen von beiden Geschlechtern

3. Lageveränderungen der Organe des kleinen Beckens mit Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Kohabitationsbeschwerden

Konservative Therapien

  • Beckenbodentherapie, Pessareinlagen, Ernährungsmedizin, gastroenterologische Abklärung von Fehlernährung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Operative Techniken

  • Vaginale, abdominale und total laparoskopische Hysterektomie, laparoskopische Hysterosakropexie, Einsatz von vaginalen Meshinterponaten, abdominale und laparoskopische Sakropexie, Vaginae fixatio nach Amreich/ Richter, Scheidenplastiken, transanale Techniken, laparoskopische Sigmaresektion

4. Urogenital- und Darmfisteln

Operative Techniken

  • Fisteldiagnostik und -verschluss mit allen bisher möglichen Techniken (vaginal und abdominal)

5. Neurologische Erkrankungen

Mittels spezifischer Untersuchungen (Beckenboden-Nadel-EMG und neurologischer Gesamtabklärung) können Patientinnen/en mit MS, M.Parkinson, Spina bifida sowie zentralen und peripheren neurologischen Erkrankungen diagnostiziert und entsprechend therapiert werden. Dafür wurde eine Spezialsprechstunde eingerichtet.

Neben der fachlichen Koordination bemüht sich der Fachbereich Urogynäkologie auch um die Organisation sozialer Projekte. Ein Beispiel dafür ist die Integration der Pflegeheime zur Abklärung und Therapie von Harn und Analinkontinenz im Alter. Der Fachbereich leitet die Erstellung interdisziplinärer diagnosebezogener Fallgruppen (DRGs) und ist maßgeblich an der Erarbeitung von Empfehlungen und Leitlinien beteiligt.

Im präventiven Bereich werden vom Zentrum zwei Projekte angeboten:

  • Aufklärung und Schulung im Kindes- und Jugendalter über Beckenbodenerkrankungen, Ernährungs- und Sexualverhalten
  • Golf als Prävention von Beckenbodenerkrankungen und zur Stabilisierung der Fitness im Alter. Denn Golf ist mehr als nur ein Sport. Golf ist eine Lebensphilosophie, die wir als Zentrum aufgegriffen haben und auch aus medizinischer Perspektive kultivieren.

 

 

PD Dr. med. Michal Otcenasek
Leitender Oberarzt Urogynäkologie

 

 

Mein Anspruch für unser Zentrum ist die Devise von Henry Ford: Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.

Dr. med. habil. Annett Gauruder-Burmester
Fachärztin für Frauenheilkunde, Zusatzbezeichnung:
Sexualmedizin und Curriculum Proktologie